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Texterstellung mit Hilfe einer KI

  • Christiane
  • 19. Oktober 2023 um 04:53
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    • 22. Dezember 2025 um 20:07
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    • #61
    Zitat von Lorenzo

    Was ist schon dabei, wenn man sich beim Schreiben von der KI helfen lässt?

    Hm ... Blogs sind für mich immer noch etwas, das primär mit Schreiben zu tun hat - ein Internettagebuch, wie man das früher definierte. Also in vieler Hinsicht auch etwas sehr Persönliches, denn man gibt in der einen oder andern Art ja seine eigene Einstellung zu Dingen kund. Eigene Einstellung heisst für mich auch: eigener Stil. Das nun mit LLM glatt zu hobeln, halte ich für einen Fehler. (Rechtschreibefehler korrigieren, ist was anderes, das macht jede Textverarbeitung seit langem.)

    Anders ist es z.B., wenn Fotos im Zentrum stehen. Da mögen kurze Beschreibungen meinethalben mit LLM frisiert werden.

    Für mich selber ist das Schöne am Blog ja das Schreiben. Wenn ich nicht gern schriebe, hätte ich keinen Blog. Sondern einen Instagramm-Account - oder was immer ...

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    • 22. Dezember 2025 um 20:41
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    • #62
    Zitat von sandhoferlitter
    Zitat von Lorenzo

    Was ist schon dabei, wenn man sich beim Schreiben von der KI helfen lässt?

    Hm ... Blogs sind für mich immer noch etwas, das primär mit Schreiben zu tun hat - ein Internettagebuch, wie man das früher definierte. Also in vieler Hinsicht auch etwas sehr Persönliches, denn man gibt in der einen oder andern Art ja seine eigene Einstellung zu Dingen kund. Eigene Einstellung heisst für mich auch: eigener Stil. Das nun mit LLM glatt zu hobeln, halte ich für einen Fehler. (Rechtschreibefehler korrigieren, ist was anderes, das macht jede Textverarbeitung seit langem.)

    Anders ist es z.B., wenn Fotos im Zentrum stehen. Da mögen kurze Beschreibungen meinethalben mit LLM frisiert werden.

    Für mich selber ist das Schöne am Blog ja das Schreiben. Wenn ich nicht gern schriebe, hätte ich keinen Blog. Sondern einen Instagramm-Account - oder was immer ...

    Vielleicht meint Lorenzo es aber auch ganz anders?


    Ich nutze auch die KI, aber anders. Ich lasse meine Rechtschreibfehler von der KI korrigieren.

    Ich lasse aber keine Texte generieren.

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  • Lorenzo
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    • 22. Dezember 2025 um 21:45
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    • #63

    Ich glaube, wir reden hier oft über unterschiedliche Dinge, meinen aber alle „KI beim Schreiben“.

    Für mich gibt es da viele Graustufen. Zwischen „Ich lasse mir einen kompletten Text generieren und stelle ihn ungeprüft online“ und „Ich schreibe alles komplett allein, inklusive jeder holprigen Formulierung“ liegt ziemlich viel.

    KI kann beispielsweise helfen, Gedanken zu strukturieren, Worte zu finden, Texte zu kürzen oder zu glätten, ohne dass die eigene Haltung oder Meinung automatisch verschwindet. Die Gedanken, die Haltung und die Entscheidung, was gesagt wird, bleiben ja trotzdem meine.

    Der Vergleich mit einem gemalten Bild oder selbst gekochtem Essen hinkt für mich ein wenig: Wenn jemand sagt: „Ich habe dieses Bild gemalt“, dann behauptet er eine handwerkliche Leistung, die er nicht erbracht hat. Beim Schreiben geht es aber nicht nur um das Handwerk, sondern auch um Inhalte, Perspektiven und Erfahrungen. Und diese können sehr wohl „echt“ sein, selbst wenn man sich beim Formulieren helfen lässt.

    Ich verstehe total, was du, sandhoferlitter, meinst: Blogs waren und sind für viele ein sehr persönlicher Raum und der eigene Stil ist wertvoll. Gleichzeitig finde ich es problematisch, daraus eine moralische Grenze abzuleiten. Nicht jeder schreibt gleich gern, nicht jeder schreibt gleich gut und nicht jeder hat die gleichen Voraussetzungen.

    Am Ende ist für mich wichtiger, was jemand sagen will und ob der Text ehrlich gemeint ist, als mit welchen Werkzeugen er entstanden ist. Für mich schließen sich persönliches Bloggen und KI-Unterstützung nicht aus.

    Grüße,

    Lorenzo

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  • Christiane
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    • 23. Dezember 2025 um 05:04
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    • #64

    Ja, ich denke die einen meinen den Prompt „Schreibe mir einen Blogartikel über XYZ“ und die anderen meinen „Bitte korrigiere Rechtschreibung und Grammatik in meinem Text: XYZ“.

    Letzteres finde ich vollkommen ok. Immerhin geht es beim Schreiben darum verstanden zu werden und da ist der Satzbau manchmal schon wichtig (ich sehe das aktuell bei meiner 5Jährigen xD)

  • sandhoferlitter
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    • 23. Dezember 2025 um 06:07
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    • #65
    Zitat von Lorenzo

    Der Vergleich mit einem gemalten Bild oder selbst gekochtem Essen hinkt für mich ein wenig: Wenn jemand sagt: „Ich habe dieses Bild gemalt“, dann behauptet er eine handwerkliche Leistung, die er nicht erbracht hat. Beim Schreiben geht es aber nicht nur um das Handwerk, sondern auch um Inhalte, Perspektiven und Erfahrungen. Und diese können sehr wohl „echt“ sein, selbst wenn man sich beim Formulieren helfen lässt.

    Für mich gibt es hier keine Unterschiede. Um Deinen Satz abzuändern - für mich gilt beim Schreiben mit KI ebenso: Wenn jemand sagt: „Ich habe diesen Text geschrieben“, dann behauptet er eine handwerkliche Leistung, die er nicht erbracht hat. Umgekehrt gilt für mich auch: Auch KI-Bilder können "echt" sein im Sinne einer darin ausgedrückten eigenen Erfahrung.

    Von mir aus soll jeder wie er mag. Ich glaube aber daran, dass durch eine zu intensive Nutzung von KI das was meinen Blog von allen anderen unterscheidet, verloren geht.

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    Einmal editiert, zuletzt von sandhoferlitter (23. Dezember 2025 um 06:29)

  • Herr Tommi
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    • 23. Dezember 2025 um 10:28
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    • #66
    Zitat von Lorenzo

    Am Ende ist für mich wichtiger, was jemand sagen will und ob der Text ehrlich gemeint ist, als mit welchen Werkzeugen er entstanden ist. Für mich schließen sich persönliches Bloggen und KI-Unterstützung nicht aus.

    Danke Lorenzo, Du hast das mit Deinem Beitrag sehr gut zusammengefasst.

  • Lorenzo
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    • 23. Dezember 2025 um 12:27
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    • #67
    Zitat von sandhoferlitter

    Für mich gibt es hier keine Unterschiede. Um Deinen Satz abzuändern - für mich gilt beim Schreiben mit KI ebenso: Wenn jemand sagt: „Ich habe diesen Text geschrieben“, dann behauptet er eine handwerkliche Leistung, die er nicht erbracht hat. Umgekehrt gilt für mich auch: Auch KI-Bilder können "echt" sein im Sinne einer darin ausgedrückten eigenen Erfahrung.

    Von mir aus soll jeder wie er mag. Ich glaube aber daran, dass durch eine zu intensive Nutzung von KI das was meinen Blog von allen anderen unterscheidet, verloren geht.

    Da trennen sich unsere Grundannahmen. Für mich ist Schreiben kein Selbstzweck und auch kein handwerklicher Beweis, sondern ein Werkzeug. Entscheidend ist nicht, wer jeden einzelnen Satz formuliert hat, sondern wessen Gedanken darin stecken.

    Wenn ich sage: „Ich habe diesen Text geschrieben“, dann meine ich: Die Idee, die Haltung, die Auswahl, die Gewichtung und die Verantwortung liegen bei mir. Ob ich mir beim Formulieren helfen lasse, ändert daran für mich nichts. Genauso wenig, wie mir ein Rechtschreibprogramm oder ein Lektorat die Autorschaft nimmt.

    Ich verstehe die Sorge vor dem Glattbügeln sehr gut – die teile ich sogar. Aber das ist kein KI-Problem, sondern ein Bequemlichkeitsproblem. Austauschbarkeit entsteht dort, wo Menschen aufhören, Entscheidungen zu treffen. Das gab es auch schon lange vor KI.

    Dass Blogs durch zu viel KI-Nutzung ihr Eigenes verlieren können, glaube ich sofort. Dass sie es müssen, glaube ich jedoch nicht. Für mich entscheidet nicht das Werkzeug über Einzigartigkeit, sondern der Wille, eine eigene Stimme zu haben – und diese kann man auch mit KI bewusst einsetzen oder eben nicht.

    Letztendlich ist es vermutlich eine Frage der Priorität: Wer das Schreiben selbst liebt, wird KI ablehnen. Wer das Denken, Ordnen und Teilen liebt, wird sie nutzen. Beides ist legitim, aber nicht automatisch unehrlich.

    Grüße,

    Lorenzo

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    • 23. Dezember 2025 um 12:28
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    • #68
    Zitat von Herr Tommi
    Zitat von Lorenzo

    Am Ende ist für mich wichtiger, was jemand sagen will und ob der Text ehrlich gemeint ist, als mit welchen Werkzeugen er entstanden ist. Für mich schließen sich persönliches Bloggen und KI-Unterstützung nicht aus.

    Danke Lorenzo, Du hast das mit Deinem Beitrag sehr gut zusammengefasst.

    Danke, Tommi 🙏

    Grüße,

    Lorenzo

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    • 23. Dezember 2025 um 13:19
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    • #69
    Zitat von Lorenzo

    Wer das Denken, Ordnen und Teilen liebt, wird sie nutzen.

    Ich liiiiiebe Denken, Ordnen und Teilen - mein Blog lebt davon, dass ich (nach-)denke, (ein-)ordne und (ein-)teile. Und darum nutze ich KI - nicht. ;)

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    • 23. Dezember 2025 um 13:47
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    • #70
    Zitat von Lorenzo
    Zitat von sandhoferlitter

    Für mich gibt es hier keine Unterschiede. Um Deinen Satz abzuändern - für mich gilt beim Schreiben mit KI ebenso: Wenn jemand sagt: „Ich habe diesen Text geschrieben“, dann behauptet er eine handwerkliche Leistung, die er nicht erbracht hat. Umgekehrt gilt für mich auch: Auch KI-Bilder können "echt" sein im Sinne einer darin ausgedrückten eigenen Erfahrung.

    Von mir aus soll jeder wie er mag. Ich glaube aber daran, dass durch eine zu intensive Nutzung von KI das was meinen Blog von allen anderen unterscheidet, verloren geht.

    Da trennen sich unsere Grundannahmen. Für mich ist Schreiben kein Selbstzweck und auch kein handwerklicher Beweis, sondern ein Werkzeug. Entscheidend ist nicht, wer jeden einzelnen Satz formuliert hat, sondern wessen Gedanken darin stecken.

    Ich sehe die Gefahr, dass du dich an die Nutzung des Werkzeugs gewöhnst. Zuerst überprüfst du nur die Rechtschreibung, dann auch die Grammatik. Achja, eine bessere Struktur wäre auch schön. Hmmm, wie soll ich das nochmal formulieren? Mach mir doch bitte einen Vorschlag. Am besten wäre natürlich ein kompletter Absatz, in dem genau das steht, was ich sagen möchte, aber nicht ausdrücken kann. Eine Einleitung bräuchte ich auch noch und natürlich einen schönen Schluss.

    Das wirklich Schlimme ist aber, dass du bei alldem nichts lernst. Du weißt danach immer noch nicht, wie Philosophie oder Rhythmus geschrieben wird. Die KI übernimmt es ja für dich. Du weißt nur, wie du die Funktion zur Überprüfung der Rechtschreibung startest. Das reicht ja auch vollkommen.

    Es kommt aber noch schlimmer. Es ist nicht nur so, dass du nichts lernst. Du verlierst auch Fähigkeiten. Wenn du Texte nicht mehr selbst formulierst, sondern es der KI überlässt, verlierst du die Fähigkeit deine Gedanken auszudrücken. Du brauchst immer mehr Hilfe. Du kannst immer weniger selbst und gewöhnst dich daran auf den KI-Knopf zu drücken.



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    • #71
    Zitat von sandhoferlitter

    Ich liiiiiebe Denken, Ordnen und Teilen - mein Blog lebt davon, dass ich (nach-)denke, (ein-)ordne und (ein-)teile. Und darum nutze ich KI - nicht. ;)

    Fair enough. 😉

    Im Kern sind wir uns ja einig: Denken, Ordnen und Teilen sind entscheidend. Wir ziehen nur die Grenze an unterschiedlichen Stellen.

    Für dich gehört das Formulieren untrennbar zum Denken dazu, während es für mich ein nachgelagerter Schritt ist, bei dem Unterstützung erlaubt ist. Dass du KI bewusst nicht nutzt, passt genau zu deinem Blog und ist konsequent. Genauso bewusst nutze ich sie punktuell, ohne ihr das Denken zu überlassen.

    Vielleicht ist das unser gemeinsamer Nenner: nicht, ob man KI nutzt oder nicht, sondern dass man eine klare Haltung dazu hat und nicht aus Bequemlichkeit, sondern aus Überzeugung schreibt.

    Und solange man beim Bloggen noch liebt, was man tut, hat man schon ziemlich viel richtig gemacht. 😉

    Grüße,

    Lorenzo

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    • 23. Dezember 2025 um 14:17
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    • #72
    Zitat von Erik

    Ich sehe die Gefahr, dass du dich an die Nutzung des Werkzeugs gewöhnst. Zuerst überprüfst du nur die Rechtschreibung, dann auch die Grammatik. Achja, eine bessere Struktur wäre auch schön. Hmmm, wie soll ich das nochmal formulieren? Mach mir doch bitte einen Vorschlag. Am besten wäre natürlich ein kompletter Absatz, in dem genau das steht, was ich sagen möchte, aber nicht ausdrücken kann. Eine Einleitung bräuchte ich auch noch und natürlich einen schönen Schluss.

    Das wirklich Schlimme ist aber, dass du bei alldem nichts lernst. Du weißt danach immer noch nicht, wie Philosophie oder Rhythmus geschrieben wird. Die KI übernimmt es ja für dich. Du weißt nur, wie du die Funktion zur Überprüfung der Rechtschreibung startest. Das reicht ja auch vollkommen.

    Es kommt aber noch schlimmer. Es ist nicht nur so, dass du nichts lernst. Du verlierst auch Fähigkeiten. Wenn du Texte nicht mehr selbst formulierst, sondern es der KI überlässt, verlierst du die Fähigkeit deine Gedanken auszudrücken. Du brauchst immer mehr Hilfe. Du kannst immer weniger selbst und gewöhnst dich daran auf den KI-Knopf zu drücken.

    Wer das Schreiben komplett delegiert, lernt nichts und verliert Fähigkeiten. Da stimme ich dir zu. Das ist jedoch keine zwangsläufige Konsequenz, sondern eine Nutzungsentscheidung. Ich kann mit KI genauso lernen wie ohne, indem ich Vorschläge hinterfrage, verwerfe, umformuliere und vergleiche. Genau das tue ich auch.

    Der Punkt „Ich kann es nicht ausdrücken, also soll die KI das machen“ ist für mich jedoch eine rote Linie. Wenn ich nicht weiß, was ich sagen will, lasse ich nicht schreiben. KI kommt erst ins Spiel, wenn der Gedanke da ist, die Formulierung aber hakt.

    Außerdem haben auch Rechtschreibprüfung, Grammatikcheck und Lektorat Fähigkeiten ausgelagert – und trotzdem ist das Schreiben nicht verschwunden. Gute Schreiber:innen sind nicht deshalb gut, weil sie jeden Fehler selbst finden, sondern weil sie Entscheidungen treffen können.

    Die eigentliche Gefahr sehe ich daher nicht im Werkzeug selbst, sondern in seiner unreflektierten Nutzung. Wer den „KI-Knopf“ drückt, um Denken zu vermeiden, verlernt das Denken. Wer ihn hingegen nutzt, um bessere Entscheidungen zu treffen, nicht.

    Und noch etwas: Lernen findet nicht nur durch Verzicht, sondern auch durch Vergleich statt. Zu sehen, wie etwas anders formuliert werden könnte, kann das eigene Sprachgefühl schärfen – sofern man sich damit auseinandersetzt.

    Kurz gesagt: KI kann Verlernen fördern.

    Sie kann aber auch das Lernen verstärken.

    Beides liegt nicht in der Technik selbst, sondern im Umgang mit ihr.

    Grüße,

    Lorenzo

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    • 23. Dezember 2025 um 14:36
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    • #73

    Das Ganze hat - das gebe ich zu - natürlich auch was von dem, was damals passierte, als die Fotografie aufkam. Da gab es sowohl die Einstellung "Photographie" (damals noch so geschrieben) ist keine Kunst, darum will ich nichts davon wissen", wie auch diejenigen, die sagten: "Nun hat die Malerei ausgedient, denn Landschaftdbilder und Porträts lassen sich einfacher und genauer mit dem Fotoapparat erstellen." Beides hat sich als falsch erwiesen: Die Fotografie wurde (auch) zur Kunst und die Malerei hat sich neue Gebiete erarbeitet, ohne die alten ganz loszulassen.

    Nur dass die Zahl der Fotografen damals wohl um ein Vielfaches kleiner war als die der KI-Benutzenden heute ...

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  • Astrid
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    • 23. Dezember 2025 um 14:36
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    • #74

    Für mich ist es wichtig, schreibend zu reflektieren, die Arbeit am Text hilft mir dabei, ein Thema besser zu durchdenken, das soll die KI mir lieber nicht abnehmen.

    Mir reichen schon die Vorschläge von YoastSEO, um meine Texte besser lesbar zu machen und DeepLWrite ist ein richtig gutes Korrektur-Tool, das mein Schreiben manchmal unterstützt (meistens nicht, ich halte den Prozess gern schlank).

    Sehr viel kritischer bin ich beim Generieren von Bildern mit KI aus mehreren Gründen: Ich finde nicht, dass Texte immer ein Bild brauchen. Außerdem finde ich die Ästhetik oft schmerzlich schlecht und die Bildsprache biased.

    Trotzdem hat Herr Tommi recht, wenn er sagt, es kommt nicht darauf an, Hobby-Blogger anzugehen, sondern auf diejenigen, die im großen Stil mit alldem Geld machen und im Gegenzug keine Qualität liefern.

  • Erik
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    • 23. Dezember 2025 um 14:42
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    • #75
    Zitat von Lorenzo
    Zitat von Erik

    Ich sehe die Gefahr, dass du dich an die Nutzung des Werkzeugs gewöhnst. Zuerst überprüfst du nur die Rechtschreibung, dann auch die Grammatik. Achja, eine bessere Struktur wäre auch schön. Hmmm, wie soll ich das nochmal formulieren? Mach mir doch bitte einen Vorschlag. Am besten wäre natürlich ein kompletter Absatz, in dem genau das steht, was ich sagen möchte, aber nicht ausdrücken kann. Eine Einleitung bräuchte ich auch noch und natürlich einen schönen Schluss.

    Das wirklich Schlimme ist aber, dass du bei alldem nichts lernst. Du weißt danach immer noch nicht, wie Philosophie oder Rhythmus geschrieben wird. Die KI übernimmt es ja für dich. Du weißt nur, wie du die Funktion zur Überprüfung der Rechtschreibung startest. Das reicht ja auch vollkommen.

    Es kommt aber noch schlimmer. Es ist nicht nur so, dass du nichts lernst. Du verlierst auch Fähigkeiten. Wenn du Texte nicht mehr selbst formulierst, sondern es der KI überlässt, verlierst du die Fähigkeit deine Gedanken auszudrücken. Du brauchst immer mehr Hilfe. Du kannst immer weniger selbst und gewöhnst dich daran auf den KI-Knopf zu drücken.

    Wer das Schreiben komplett delegiert, lernt nichts und verliert Fähigkeiten. Da stimme ich dir zu. Das ist jedoch keine zwangsläufige Konsequenz, sondern eine Nutzungsentscheidung. Ich kann mit KI genauso lernen wie ohne, indem ich Vorschläge hinterfrage, verwerfe, umformuliere und vergleiche. Genau das tue ich auch.

    Der Punkt „Ich kann es nicht ausdrücken, also soll die KI das machen“ ist für mich jedoch eine rote Linie. Wenn ich nicht weiß, was ich sagen will, lasse ich nicht schreiben. KI kommt erst ins Spiel, wenn der Gedanke da ist, die Formulierung aber hakt.

    Außerdem haben auch Rechtschreibprüfung, Grammatikcheck und Lektorat Fähigkeiten ausgelagert – und trotzdem ist das Schreiben nicht verschwunden. Gute Schreiber:innen sind nicht deshalb gut, weil sie jeden Fehler selbst finden, sondern weil sie Entscheidungen treffen können.

    Die eigentliche Gefahr sehe ich daher nicht im Werkzeug selbst, sondern in seiner unreflektierten Nutzung. Wer den „KI-Knopf“ drückt, um Denken zu vermeiden, verlernt das Denken. Wer ihn hingegen nutzt, um bessere Entscheidungen zu treffen, nicht.

    Und noch etwas: Lernen findet nicht nur durch Verzicht, sondern auch durch Vergleich statt. Zu sehen, wie etwas anders formuliert werden könnte, kann das eigene Sprachgefühl schärfen – sofern man sich damit auseinandersetzt.

    Kurz gesagt: KI kann Verlernen fördern.

    Sie kann aber auch das Lernen verstärken.

    Beides liegt nicht in der Technik selbst, sondern im Umgang mit ihr.

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    Klar, die rote Linie legt jeder selbst fest. Ich sehe aber die Gefahr, dass sie sich mit der Zeit nach hinten verschiebt. Ich habe jetzt keine Zeit, also lasse ich es ausnahmsweise die KI formulieren. Mir fällt nichts ein, also drücke ich den Knopf. Normalerweise mache ich es ja nicht, aber heute dann doch.

    Wer die KI nutzt, will sich in aller Regel nicht mit Rechtschreibregeln auseinandersetzen. Er will ein fix und fertiges Ergebnis haben. Wenn du dir von der KI den Unterschied zwischen das und dass erklären lässt, kannst du etwas dabei lernen. Vorausgesetzt, die Erklärung ist richtig. Wenn du aber einen kompletten Text auf einen Schlag korrigieren lösst, weißt du immer noch nicht, wann man das und wann man dass schreibt.



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  • sandhoferlitter
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    • 23. Dezember 2025 um 14:46
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    • #76
    Zitat von Astrid

    Für mich ist es wichtig, schreibend zu reflektieren, die Arbeit am Text hilft mir dabei, ein Thema besser zu durchdenken, das soll die KI mir lieber nicht abnehmen.

    Da bin ich ganz Deiner Meinung.

    Für die Rechtschreibung reicht mir die entsprechende Funktion in meinem Textverarbeitungsprogramm völlig, um die h's in Rhythmus, Rhetorik, Rhabarber und Radieschen sortieren zu können.

    Zitat von Astrid

    Trotzdem hat Herr Tommi recht, wenn er sagt, es kommt nicht darauf an, Hobby-Blogger anzugehen, sondern auf diejenigen, die im großen Stil mit alldem Geld machen und im Gegenzug keine Qualität liefern.

    Das ist für mich ein weiterer Grund, AI links liegen zu lassen: Ich habe keine Lust den Herren von ChatGPT, GrokAI und wie die alle heissen, mein sauer verdientes Geld in den Rachen zu werfen. ;)

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    • 23. Dezember 2025 um 15:42
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    • #77

    Also, ganz ehrlich: Die Pauschalisierung, dass Blogbeiträge mit KI-Unterstützung automatisch seelenlos und unecht seien, finde ich schlicht falsch – und ein bisschen unhöflich. Ich verbringe oft Stunden mit meinen Texten, überlege mir jeden Satz, feile an den Formulierungen und achte auf Rechtschreibung und Stil. Dass ich mir Hilfe hole, ändert daran nichts.

    Genauso grenzwertig finde ich die Aussage, ich hätte „keine Zeit zum Schreiben investiert“, wenn ich KI nutze. Das suggeriert, dass allein der Aufwand Authentizität schafft, dabei entsteht echte Ausdruckskraft durch Gedanken, Entscheidungen und Haltung, nicht durch die Zeit, die man am Schreibtisch sitzt.

    Außerdem möchte ich betonen: Rechtschreibung und Grammatik sind für viele Menschen nicht leicht. Ich zum Beispiel kann aufgrund meiner Behinderung nicht aktiv sprechen, wie ihr ja wisst. Deshalb kann ich mir beim Schreiben nichts vorsprechen und habe Probleme mit der Grammatik, obwohl ich inhaltlich voll auf der Höhe bin – immerhin habe ich Fachabitur. Hilfe durch KI bedeutet für mich also nicht, dass ich weniger denken oder fühlen würde, sondern dass ich die Möglichkeit habe, meine Gedanken klar auszudrücken.

    Deshalb fühle ich mich von pauschalen Aussagen wie diesen persönlich angegriffen. Sie implizieren, dass meine Beiträge weniger wertvoll oder „unecht“ wären, nur weil ich mir Hilfe hole. Das trifft mich, weil es meine Arbeit, meine Gedanken und meine Haltung infrage stellt.

    Liebe, Authentizität und persönliche Handschrift entstehen nicht durch das Werkzeug, sondern durch die Entscheidungen, die Gedanken und die Haltung, die hinter dem Text stehen. Wer das übersieht, reduziert das Schreiben auf Technik und verkennt, worum es beim Bloggen wirklich geht.

    Grüße,

    Lorenzo

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  • Herr Tommi
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    • 23. Dezember 2025 um 17:47
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    • #78
    Zitat von sandhoferlitter

    Das Ganze hat - das gebe ich zu - natürlich auch was von dem, was damals passierte, als die Fotografie aufkam.

    Ähnliches ging mir vorhin auch durch den Kopf, allerdings eine Epoche später. Mit dem Aufkommen der digitalen Fotografie gab es genau die gleichen Diskussionen. Und erst recht, als sich die digitale Bearbeitung in der Breite durchsetzte. Es war der Untergang des fotografischen Abendlandes.

    Plötzlich konnte man Fehler, die bei der Aufnahme gemacht worden waren, zum Teil reparieren oder störende Elemente verschwinden lassen. Konnte man vorher auch, aufwendig im Fotolabor, daher kommen auch so komische Begriffe wie Reparaturstempel und Abwedeln in der Fotobearbeitung. Plötzlich war das aber der breiten Masse möglich, skandalös und der Untergang der Fotografie.

    Wenn ich mir die heutige Diskussion über die KI so anschaue, sehe ich viele Parallelen. Lange wurde gesagt, Digitalfotografie ist keine richtige Fotografie. Heute ist sie ein Werkzeug, mit dem fast alle arbeiten, abgesehen von ein paar Hardcore-Puristen. Und genau diesen Weg wird auch die KI in allen Bereichen nehmen. Ob dem Einzelnen von uns das gefällt, spielt dabei vermutlich nur eine untergeordnete Rolle.

    Es wird keiner gezwungen, die neuen Werkzeuge zu nutzen. Aber dieses pauschale Abwerten, bringt niemandem etwas, außer dass man damit Menschen vor den Kopf stößt.

    BTW: Ich sehe KI weiter in vielen Bereichen kritisch. Fragt mal bei mir auf der Arbeit, wer da die größte KI-Spaßbremse ist. ;) Aber lasst doch den bloggenden Menschen ihr Experimentiertfeld. Es muss ja keiner lesen, und wenn die Texte wirklich so seelenlos und eintönig sind, müssen sie ja nicht markiert werden, das merkt man doch dann und umschifft diesen Blog. Aber vielleicht gibt es Menschen, die erst mithilfe von KI an der Bloggerei teilhaben können - vielleicht nicht hier im Forum aktuell, aber anderswo.

    Einmal editiert, zuletzt von Herr Tommi (23. Dezember 2025 um 17:55)

  • Erik
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    • 23. Dezember 2025 um 19:45
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    Zitat von Lorenzo

    Also, ganz ehrlich: Die Pauschalisierung, dass Blogbeiträge mit KI-Unterstützung automatisch seelenlos und unecht seien, finde ich schlicht falsch – und ein bisschen unhöflich.

    Würde mich mal interessieren, von wem du dich unhöflich behandelt fühlst? Ich habe in diesem Thread keine Unhöflichkeiten gefunden. Wir tauschen hier Argumente aus. Respektvoll und ohne Hass. Das entspricht doch dem, was du dir in deinen letzten Artikeln gewünscht hast. Oder habe ich das falsch verstanden?



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    • 24. Dezember 2025 um 00:52
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    Zitat von Erik

    Würde mich mal interessieren, von wem du dich unhöflich behandelt fühlst? Ich habe in diesem Thread keine Unhöflichkeiten gefunden. Wir tauschen hier Argumente aus. Respektvoll und ohne Hass. Das entspricht doch dem, was du dir in deinen letzten Artikeln gewünscht hast. Oder habe ich das falsch verstanden?

    Ich glaube, wir reden aneinander vorbei. Ich habe niemandem Hass oder bewusste Respektlosigkeit unterstellt. Mir geht es nicht um den Ton oder die Absicht, sondern um die Wirkung.

    Aussagen, dass jemand „keine Zeit ins Schreiben investiert“ habe, oder dass die Nutzung von KI zwangsläufig dazu führe, nichts zu lernen, Fähigkeiten zu verlieren oder Texte ohne Liebe und Seele zu schreiben, treffen mich persönlich, weil sie meine Arbeitsweise und meinen Einsatz pauschal abwerten. Auch sachlich formulierte Argumente können sich so anfühlen.

    Für mich bedeutet respektvolle Diskussion nicht, dass niemand widerspricht, sondern dass man anerkennt, dass es unterschiedliche Voraussetzungen und Wege gibt – und dass Kritik an Werkzeugen nicht automatisch als Urteil über die Person verstanden werden muss, aber eben so wirken kann.

    Wenn ich das benenne, dann ist das kein Vorwurf, sondern der Versuch, genau diesen Austausch offen zu halten.

    Grüße,

    Lorenzo

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