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Privat vs. persönlich im Blog

  • Anne
  • 18. Oktober 2023 um 07:19
  • Anne
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    • 18. Oktober 2023 um 07:19
    • #1

    Hey ihr Lieben,

    durch die Unterhaltung in Warum bloggt ihr? kam ich gerade auf dieses Thema: Privates und Persönliches im Blog, und wie das Umfeld damit umgeht.

    Es heißt ja allenthalben, dass man im Blog doch möglichst viel Persönliches zeigen solle. Um "authentisch" (dieses Wort darf echt bei keinem Blogger-Bullshit-Bingo fehlen ^^) rüberzukommen, sich nahbar und menschlich zu zeigen und weil ein guter Blog mehr ist als eine Sammlung von Inhalten, die so auch ChatGPT hinbekommen hätte.

    Dem stimme ich tatsächlich auch zu... starke Texte haben für mich immer etwas mit Persönlichkeit zu tun und mit einer emotionalen Verbindung zwischen dem, der schreibt, und dem, der liest. Ich erfahre gern etwas über den Menschen hinter einem Blog, über seine Gedanken, Gefühle und Herausforderungen. Und ich lese viel lieber Blogs, in denen es "menschelt", als digitale Hochglanzmagazine. Die finde ich einfach deutlich sympathischer.

    In meinen eigenen Blogs erfährt man auch einiges über mich. Ich poste Fotos vom Garten und vom Haus, was für Ausflüge ich unternehme, welche Bücher ich lese, und und und.

    Ich unterscheide da allerdings zwischen Persönlichem und Privatem.

    Was ich an Persönlichem ins Internet packe, überlege ich mir natürlich auch. Aber Privates landet da gar nicht, eben weil es Privatsache ist.

    Die Definition, was persönlich ist und was privat, kann bei jedem anders aussehen und sich auch verändern, das stelle ich bei mir selber fest.

    Gaaaanz früher hatte ich mal einen passwortgeschützten Bereich für wirklich private Dinge, die nur ausgewählte Menschen lesen durften. Das würde ich heute so nicht mehr machen - diese Dinge stelle ich gar nicht mehr ins Internet. Persönliche Inhalte hingegen schon:

    Beispielsweise blogge ich auf Lieblingsalltag immer mal wieder über die Multiple Sklerose. Gesundheitsthemen sind ja per se schon sehr persönlich, und bei einer unheilbaren Autoimmunkrankheit mit nicht ganz so berauschenden Aussichten überlegt man es sich dreimal, ob davon Hinz und Kunz inklusive potentieller Arbeitgeber erfahren sollten.
    Direkt nach der Diagnose bin ich damit sehr offen umgegangen, einfach weil ich nicht etwas verstecken und verheimlichen wollte, wofür ich nichts kann, und weil ich es wichtig finde, Krankheiten zu adressieren und nicht zu stigmatisieren. Damals hat man mir die MS nach außen hin nicht angesehen. Es folgte eine Phase, in der ich die MS total geleugnet habe - da habe ich dann auch die alten Beiträge offline genommen und vor mir und allen anderen so getan, als sei alles in Butter. Spoiler: funktioniert nicht. Seit ein paar Jahren sind die Artikel alle wieder online und ich gehe wieder offen mit der MS um. Im Leben 1.0 fällt die MS mittlerweile eh auf, und wenn da jemand fragt, antworte ich offen. Das macht es übrigens auch für mich entspannter. Daher ist das für mich etwas Persönliches, aber nichts Privates.

    Klar, das geht teilweise auch einfach fließend ineinander über.
    Beispielsweise tauchte mein Mann jahrelang regelmäßig als "der Beste" im Blog auf - sei es beim Hausbau, bei Berichten von Ausflügen, den Beiträgen über unsere Hochzeit, und und und. Letztes Jahr haben wir uns nun getrennt. Es fühlte sich für mich nicht richtig an, das gar nicht im Blog zu erwähnen. Gleichzeitig ist es aber auch ein sehr privates Thema und betrifft eben nicht nur mich, sondern auch meinen Mann - und es gibt nach all den Jahren viele gemeinsame Bekannte und auch Arbeitskollegen, die bei mir mitlesen.
    Ich habe etliche Monate überlegt, wie ich damit umgehe. Letzten Endes habe ich der Trennung dann tatsächlich einen Beitrag gewidmet, allerdings ohne ins Detail zu gehen, was die Gründe betrifft. Die gehen nur meinen Mann und mich etwas an. Er hat den Artikel auch gelesen und meinte selber, dass ich da ja schon nur recht vage drüber schreibe - aber genau das fühlt sich für mich richtig an. Die Trennung selber ist offensichtlich, da kann ich das im Blog genauso erwähnen wie im Leben 1.0 - aber inhaltlich erwähne ich nur den persönlichen Teil, nicht den privaten.

    Daher ist es für mich auch okay, wenn Bekannte, Familie, Nachbarn und so weiter bei mir im Blog mitlesen.

    Wie geht ihr damit um?


    Bloghexe | Lieblingsalltag

  • Christiane
    Blogzauberer
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    • 18. Oktober 2023 um 08:43
    • #2

    Schwierige Frage.

    Ich habe es immer so gehandhabt, dass man zwar erfährt, dass ich mit jemanden unterwegs war, das ich nen Freund hab, das ich ein Kind hab. Aber diese Personen haben ich nicht mit ihren Klarnamen erwähnt. Beim Kind habe ich bisher sogar versucht es offen zu lassen, welches Geschlecht es hat. Ich bin auch stets bemüht Zwischenmenschliches so möglichst neutral zu erwähnen oder gar wegzulassen. Bin da so getreu dem Motto: Was du nicht willst, dass man über dich schreibt, dass schreibe auch nicht über andere. Mit meinen Krankheiten ging und gehe ich eigentlich relativ offen mit um. Einfach weil ich da eher den "Mehrwert" (Blogger Bullshit Bingo Nr.2) für die Leser sah/sehe.

  • Sari
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    • 18. Oktober 2023 um 10:10
    • #3

    Alsoooo.... ich nenne keine Namen von anderen, es sei denn es geht um Menschen, von denen ich weiß, dass das absolut in Ordnung für sie ist. So zum Beispiel meine Freundin Maru aus Frankfurt, die früher auch selber gebloggt hat, meine Mädels vom Stammtisch usw... Aber ich nenne ansonsten keine Namen. Weder den meiner Schwester, die manchmal mit Thema ist, von Freunden oder Familie im Allgemeinen. Ich spreche dann von Bekannten, guten Freunden, Schwester, Schwager usw.

    Meine Kinder sind mir heilig. Daher gibt es auch hier keine Namen oder gar Gesichter. Einerseits sind sie einfach noch nicht in dem Alter und zum zweiten alles was ich jetzt von ihnen zeige und erzähle wird ihnen ein Leben lang nachhängen und ich will nicht, dass sie irgendwann mal deswegen Probleme oder so haben. Dass ich ihre Gesichter usw. nicht zeige hat für mich auch etwas damit zu tun, dass sie jetzt noch gar nicht sagen können, ob das für sie ok ist oder nicht. Der große Sohn möchte manchmal gerne schon wie seine Vorbilder streamen oder mehr machen, aber auch da bin ich ziemlich knallhart und erlaube ihm das nicht. Es gibt die Jugenschutzplattform Juki.de, wo Kinder 10 Minütige Videos und Beiträge posten dürfen. Eine Art Vorgeschmack auf Streaming usw.... aber die Inhalte werden im Vorfeld auf alles Rechtliche geprüft, was eine gute Übung für den Sohn ist für das, was er später mal machen möchte und so gleich alles wichtige beachten kann. Auch die Kommentare werden im Auge behalten usw... Die Plattform ist echt super.

    Der Mann möchte auch gar nicht mit Bild und Co im Internet sein, einfach auch wegen Arbeit usw. und das respektiere ich alles.

    Inhaltlich...hm... ich schreibe alles, von dem ich denke, das es ok ist für mich und die Menschen, die beteiligt sind. So weiß man halt, dass meine Kinder Jungs sind, weil es sich aber auch einfach von den Inhalten und Hobbies her erschließt. Finde ich jetzt auch nicht so schlimm.

    Wenn jetzt wirklich schlimme Dinge bei uns passieren, schneide ich es an, weil es manchmal einfach erklärt, warum es vielleicht gerade ruhiger oder etwas trauriger auf dem Blog klingt. Dass ich mal müde, erschöpft, genervt und was weiß ich bin, finde ich vollkommen in Ordnung zu erzählen. Es gehört einfach dazu und darf ruhig erwähnt werden und ich finde es auch wichtig, dass man mit manchen Dingen einfach ganz natürlich umgeht. Wie das oben erwähnte MS zum Beispiel. Es zeigt ja auch nur, dass es auch hier ganz normalen Alltag gibt, eben nur ein wenig anders vielleicht.

    Aber mir reicht oft ein Anschneiden der Themen, um es in den Texten verarbeiten zu können, ohne zu sehr ins Detail zu gehen. Es lesen eben doch oft mehr Leute mit als man denkt und dann muss ich mich mit dem, was ich preisgebe auch wohl fühlen können und nur so weit gehe ich inhaltlich auch. Ist gerade gar nicht so einfach das in Worte zu fassen. ich hoffe, man versteht halbwegs, wie ich das meine.

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  • Sayuchan
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    • 18. Oktober 2023 um 13:50
    • #4

    Es ist schwer. Als sich 2018 Sams Vater trennte habe ich so viele Artikel geschrieben aber nie online gestellt. Ich war da eigentlich immer offen und es fühlte sich so falsch an. Problem war auch, er wollte erst nicht das jemand von der Trennung erfährt. Mai war Die Trennung erst im August dürfte es die Familie wissen und in September zog er aus.

    Da schliefen beide Blogs ein, weil ich das so sehr in mich reingefressen habe. Ich hatte dann einen 2 Twitter Account, aber auch der wurde gefunden und ich wurde böse von ihn angegangen, dass ja nun seine Familie was wisse aber er konnte noch behaupten ich wäre das nicht. Usw.

    War ne richtig doofe zeit.

    Die Schwangerschaft von Sam und sein aufwachsen haben ich noch Sehr gerne verbloggt, würde ich auch gerne von den Twins, da ich die alten Beiträge echt super gerne lese. Aber heute sind die Verurteilungen was Kinder im Netz angeht schlimmer. Ich schau schon genau welche Bilder ich posten, den ich hin der Meinung ganz verbannen ist auch scheiße. Aber dieser zwischoakt hält mich ab. Ich hab gerne auch mal privates gepostet, so hin ich aber ich hab leider gemerkt, das sich leute über mich, meine Gefühle und alles lustig machen. Mein Mann unterstützt mich da sagt ich soll mich wieder ansetzen, wieder bloggen, ich muss sagen mir fehlt es.

    Durch meiej adhs schweife ich viel mehr ab und kann so oft nicht zwischen privat und persönlich unterscheiden. Werde da zu detailliert und das macht es net leichter 😅

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  • angeltearz
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    • 19. Oktober 2023 um 05:47
    • #5

    Das Thema ist so so schwer.

    Ich habe im "alten Blog" über alles geschrieben, was mich bewegt. Ohne Klarnamen und nur mit Andeutungen. Natürlich haben diejenigen, die sich angesprochen gefühlt haben, sich auch direkt darin gesehen. Ich habe mir da auch wenig den Kopf drüber zerbrochen, bis man es gegen mich verwendet hat. Einfach aus den Kontext gerissen, für sich passend gemacht und dann ging es ab...

    Auf Insta überlege ich zwei Mal, ob ich was bestimmtes zeige und schreibe. Für mich ist es da tatsächlich schwieriger zu differenzieren. Ein Post (Beitrag oder Story) ist schnell abgesetzt ohne nachzudenken. Im Blog ist es für mich was anderes. Da bleibe ich sehr auf Abstand und gebe wenig von mir preis. Deswegen habe ich auch feste Themen, die ich verblogge. Das hilft mir. Obwohl mir nach wie vor der Tagebuchbloggen fehlt.

    angeltearz liest | Instagram | Facebook

  • Sari
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    • 19. Oktober 2023 um 10:14
    • #6

    Ich würde niemanden verurteilen. Jeder soll das so handhaben, wie er es für sich richtig hält. Zum Beispiel: Nur weil ich die Gesichter meiner Kinder raus halte, heißt das nicht, dass es jeder so wie ich machen soll.

    Was ich ganz gerne manchmal mache, wenn ich unsicher bin, ob es zu viel an Privatem ist, was ich geschrieben habe: Ich schreibe den Text, so wie er aus mir "herausfliest", lasse ihn ein paar Tage in den Entwürfen (manchmal auch Monate) und dann lese ich ihn nochmal mit etwas Abstand und schaue dann, ob ich mich damit wohl fühle oder nicht. Meist landet er entweder im Papierkorb oder geht online.

    Insta und Co achte ich eigentlich auch immer darauf, dass man nicht zu viel von meiner direkten Umgebung sieht oder Fotos an der Wand im Hintergrund zu sehen sind usw... Auch wenn ja meine Adresse im Impressum steht. Ich muss die Leute ja nicht mit der Nase drauf stoßen *lach*.

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  • ElenasZeilenZauber
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    • 20. Oktober 2023 um 20:01
    • #7

    Kontroverses und schwieriges Thema.

    Ich poste Persönliches, denn meine Urlaube oder Ausflüge sind persönlich. Aber ich achte ganz genau, wen ich erwähne (wenn überhaupt) und was genau ich schreibe. Politische und religiöse Ansichten haben auf meinem Blog nichts verloren.

    Aber zum Beispiel habe ich Ende Januar eine Schulter OP und über die und vor allem die Zeit danach werde ich berichten. Na ja, sobald ich wieder am Rechner sitzen kann und darf ;)

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  • Buchbahnhof
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    • 20. Oktober 2023 um 21:24
    • #8

    Ich hoffe, die richtige Mischung zu finden. Ich finde schon, dass auch private Informationen auf dem Blog erscheinen dürfen, aber es darf halt nicht zu privat werden. Würde ich es einer Arbeitskollegin erzählen? Ja? Dann kann es auch auf den Blog. Wobei ich über die Arbeit aus Datenschutzgründen grundsätzlich nicht schreibe.

    Spannend finde ich, dass ich sehr oft schon gelesen habe, dass es Blogger stört, wenn das nähere Umfeld von dem Blog weiß und da mitliest. Ich bin von Anfang an sehr offen damit umgegangen, dass ich blogge und freue mich immer, wenn mich Kollegen, Freunde, Bekannte, etc. auf den Blog ansprechen. Aber gut, ich lege auch Tarotkarten, lese in der Akasha Chronik, glaube an Gott, etc und gehe damit auch sehr offen um. Wer das für Spinnkram hält, der darf das gerne tun. Mich stört das nicht. Es ist ein wichtiger Teil von mir, warum sollte ich den geheim halten?

    LG
    Yvonne

  • Sayuchan
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    • 20. Oktober 2023 um 23:26
    • #9

    Ich sag mir, man kann in Impressum meine Adresse sehen warum ein Geheimnis um meine Person machen. Ich bin eigentlich überall immer offen, meine Firma kennt meinen Blog durch mich, nicht weil sie den gefunden haben, meine Familie ebenso. Ich habe auch nichts gegen direkte Ansprache, man kann auch gerne andere Meinung sein, Hey ich arbeite in nen Büro mit FTPlern die gegen Grün sind.:D und denen ich gerne mal Konter gebe.8o Ich habe auch nie einen Hehl aus meiner LRS oder ADHS gemacht, entweder man nimmt mich wie ich bin oder hat Pech. Was ich nicht ab kann, ist hinter meinen Rücken zu reden oder andere Menschen drüber auszuquetschen oder mich bei meinem Dad z.B. schlecht zu reden ect. pp 'deine Tochter macht, wusstest du das? Wie xy ist das bitte?Das ist für mich einfach ein Nogo. Aber umso mehr ich hier schreibe umso mehr denk ich mir, scheiß drauf, die Leute hab ich nicht mehr in meinem Leben, was die sagen sollte mir egal sein.,

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  • Anjaliebt
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    • 4. November 2023 um 18:28
    • #10

    Ich schreibe durchaus persönliches über mich, aber achte darauf, das es ein gewisses Maß nicht überschreitet.

    Auch poste ich keine Bilder von anderen, schütze die Menschen, die ich liebe.

    Das war und ist mir immer wichtig gewesen.

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